Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zu unserer Praxis und unseren Leistungen.
Tauchmedizin
Wie lange ist die Tauchtauglichkeitsbescheinigung gültig?
Nach GTÜM-Richtlinien: Kinder und Jugendliche (8-15 Jahre): 1 Jahr. Ab 16 Jahre bis 40 Jahre: 3 Jahre. Ab 40 Jahre: 1 Jahr. Die verkürzten Intervalle für jüngere Taucher dienen der Sicherheit, da sich der Körper noch in der Entwicklung befindet. Bei Erwachsenen ab 40 entwickeln sich altersbedingte Erkrankungen (Herz-Kreislauf, Diabetes) oft schleichend.
Was ist der GTÜM-Standard?
GTÜM = Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin. Der GTÜM-Standard ist der medizinische Goldstandard für Tauchtauglichkeit in Deutschland. Er umfasst detaillierte Untersuchungen (EKG, Lungenfunktion, Belastungstest) - deutlich umfangreicher als einfache Untersuchungen.
Kann ich mit Asthma tauchen?
Asthma ist KEIN automatisches Ausschlusskriterium. Entscheidend ist: Gut kontrolliert? Keine Anfälle in den letzten 12 Monaten? Belastungsasthma unter Kontrolle? Lungenfunktionstest unauffällig? Bei gut eingestelltem Asthma ist Tauchen oft möglich - nach ausführlicher Untersuchung.
Was wird bei der Tauchtauglichkeit untersucht?
Basisuntersuchung: Medizinische Anamnese, körperliche Untersuchung, Ruhe-EKG, Lungenfunktionstest. Ab 40 Jahren zusätzlich: Belastungs-EKG. Bei Vorerkrankungen: Erweiterte Tests nach GTÜM-Empfehlung.
Wie viel kostet die Tauchtauglichkeit?
Basisuntersuchung (bis 39 Jahre): 148,67 EUR (inkl. 19% MwSt.). Erweitert (ab 40 Jahre) mit Belastungs-EKG: 179,31 EUR (inkl. 19% MwSt.). Preise nach GOÄ (umsatzsteuerfrei). Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten 50-80% auf Antrag als Präventionsleistung. Private Krankenversicherungen übernehmen oft den vollen Betrag.
Was soll ich zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung mitbringen?
Bringen Sie bitte mit: Personalausweis, Ihre Brille/Kontaktlinsen falls vorhanden, Vorbefunde bei Vorerkrankungen (z.B. Asthmabefunde, Herzbefunde), aktuelle Medikamentenliste, ggf. Ihre letzte Tauchtauglichkeitsbescheinigung. Bei Erstuntersuchung: Falls vorhanden, Tauchlogbuch oder Brevetierung (Tauchschein).
Kann ich mit Kurzsichtigkeit/Weitsichtigkeit tauchen?
Ja, Fehlsichtigkeit ist kein Problem beim Tauchen. Sie können korrigierte Tauchmasken mit Sehstärke oder Kontaktlinsen unter der Maske verwenden. Wichtig ist nur, dass Ihre Sehleistung mit Korrektur ausreichend ist (mindestens 0,5 auf jedem Auge). Bei der Untersuchung testen wir Ihre Sehschärfe mit Ihrer gewohnten Sehhilfe.
Was passiert, wenn ich nicht tauchtauglich bin?
Bei Nicht-Tauchtauglichkeit erläutere ich Ihnen ausführlich die medizinischen Gründe. Oft ist dies nur vorübergehend (z.B. akute Erkältung, Mittelohrentzündung) oder an Bedingungen geknüpft (z.B. Tiefenbegrenzung). Bei dauerhaften Einschränkungen besprechen wir Alternativen wie Schnorcheln oder Apnoetauchen. Eine Zweitmeinung bei einem anderen GTÜM-Taucharzt ist jederzeit möglich.
Brauche ich als Tauchlehrer/Divemaster eine spezielle Untersuchung?
Ja, für professionelle Taucher (Tauchlehrer, Divemaster, Berufstaucher) gelten strengere Anforderungen. Die Untersuchung ist umfangreicher und muss jährlich erfolgen (unabhängig vom Alter). Zusätzlich können je nach Tauchverband weitere Tests erforderlich sein (z.B. erweiterte Lungenfunktion, Blutuntersuchung).
Kann ich nach einem Tauchunfall wieder tauchen?
Nach einem Tauchunfall (z.B. Dekompressionskrankheit, Barotrauma) ist eine erweiterte tauchmedizinische Untersuchung erforderlich. Ob und wann Sie wieder tauchen dürfen, hängt von Art und Schwere des Unfalls ab. In vielen Fällen ist nach vollständiger Ausheilung und entsprechender Wartezeit (meist 3-12 Monate) Tauchen wieder möglich - nach individueller Beurteilung.
Was wird beim Belastungs-EKG getestet?
Das Belastungs-EKG (Ergometrie) ab 40 Jahren prüft Ihr Herz unter körperlicher Anstrengung. Sie treten auf einem Fahrrad-Ergometer in die Pedale, während Ihr EKG, Blutdruck und Puls überwacht werden. Die Belastung wird schrittweise gesteigert. Ziel: Ausschluss von Durchblutungsstörungen, Herzrhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen unter Belastung - wichtig für die Sicherheit beim Tauchen.
Kann ich mit Bluthochdruck tauchen?
Gut eingestellter Bluthochdruck ist meist kein Ausschlusskriterium. Voraussetzungen: Stabile Einstellung mit Medikamenten, Blutdruck unter Belastung kontrolliert (Belastungs-EKG), keine Organschäden (Herz, Nieren, Augen). Bestimmte Blutdruckmedikamente sind beim Tauchen problematisch - wir besprechen Ihre Medikation in der Untersuchung.
Gibt es eine Altersobergrenze fürs Tauchen?
Nein, es gibt keine feste Altersobergrenze. Entscheidend ist Ihr Gesundheitszustand, nicht Ihr Alter. Auch mit 70+ können Sie bei guter Fitness tauchtauglich sein. Ab 40 Jahren ist jedoch jährlich eine Untersuchung mit Belastungs-EKG erforderlich, um altersbedingte Risiken frühzeitig zu erkennen.
Kann ich schwanger tauchen?
Nein, während der Schwangerschaft sollten Sie nicht tauchen. Das Risiko für das ungeborene Kind ist zu hoch (Dekompressionskrankheit, Sauerstoffmangel). Auch in der Stillzeit ist Vorsicht geboten. Nach der Geburt können Sie nach ärztlicher Freigabe (meist 6-8 Wochen nach der Geburt, bei Kaiserschnitt länger) wieder tauchen.
Welche Medikamente sind beim Tauchen problematisch?
Bestimmte Medikamente erhöhen das Tauchrisiko: Sedierende Medikamente (Schlafmittel, starke Schmerzmittel), bestimmte Blutdrucksenker, Blutverdünner, Insulin. Auch rezeptfreie Medikamente wie abschwellende Nasensprays können problematisch sein. Bringen Sie zur Untersuchung eine aktuelle Medikamentenliste mit - wir besprechen jedes Medikament einzeln.
Muss ich als Apnoetaucher/Freitaucher auch eine Untersuchung machen?
Für Apnoetauchen (Freitauchen ohne Gerät) ist keine gesetzliche Untersuchungspflicht vorhanden. Dennoch empfehlen wir dringend eine tauchmedizinische Untersuchung, da die Belastung für Herz und Lunge beim Apnoetauchen erheblich ist. Viele Tauchschulen und Verbände verlangen inzwischen eine ärztliche Bescheinigung auch für Apnoekurse.
Kann ich mit Diabetes tauchen?
Gut eingestellter Diabetes ist heute kein absolutes Ausschlusskriterium mehr. Voraussetzungen: HbA1c <8,5%, stabile Einstellung, gute Selbstkontrolle, keine schweren Unterzuckerungen in den letzten 12 Monaten, keine diabetischen Folgeschäden (Augen, Nieren, Nerven). Typ-1-Diabetiker benötigen eine besonders gründliche Beurteilung und ggf. Tiefenbegrenzung.
Was kostet eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung für Kinder?
Für Kinder und Jugendliche (8-15 Jahre) gelten die gleichen Preise wie für Erwachsene unter 40: 148,67 EUR (inkl. 19% MwSt.). Die Untersuchung ist altersgerecht gestaltet. Kinder-Tauchtauglichkeit ist jährlich zu erneuern. Mindestalter für Gerätetauchen: 8 Jahre (je nach Verband).
Wann darf ich nach einer Ohrentzündung wieder tauchen?
Nach einer Mittelohrentzündung sollten Sie mindestens 2-4 Wochen pausieren, je nach Schwere. Wichtig: Vollständige Ausheilung abwarten! Bei chronischen Ohrentzündungen oder Trommelfelldefekten ist Tauchen meist nicht möglich. Lassen Sie sich vor dem nächsten Tauchgang bei uns untersuchen - wir prüfen Trommelfell und Druckausgleichsfähigkeit.
Kann ich nach einer Herz-OP wieder tauchen?
Nach Herzoperationen (Bypass, Stent, Klappenersatz) ist eine umfassende kardiologische und tauchmedizinische Beurteilung erforderlich. In vielen Fällen ist Tauchen nach vollständiger Rehabilitation möglich - jedoch erst nach fachärztlicher Freigabe und meist mit Tiefenbegrenzung (max. 20-30 Meter). Wartezeit: mindestens 6-12 Monate post-OP.
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